Podiumsdiskussion zur Landtagswahl 2026 in der Festhalle Leutkirch

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Am 22. Januar 2026 fand in der Festhalle Leutkirch eine Podiumsdiskussion zur bevorstehenden Landtagswahl in Baden-Württemberg statt. Eingeladen waren Schülerinnen und Schüler ab Klasse 9 aller Leutkircher Schulen, um sich aus erster Hand über politische Positionen und Zukunftsfragen zu informieren.

Die Veranstaltung wurde von drei Vertreterinnen und Vertretern des Jugendgemeinderats Leutkirch eröffnet. Sie betonten die besondere Bedeutung dieser Wahl, da es sich um eine historische Landtagswahl handelt: Erstmals dürfen Jugendliche bereits ab 16 Jahren wählen. Moderiert wurde die Diskussion von Constantin Künst, dem Sprecher des Jugendgemeinderats, sowie Michl Mendler und Anna-Maria Reutlinger.

An der Podiumsdiskussion nahmen Vertreterinnen und Vertreter folgender Parteien teil:

Sophie Heiß (Die Linke)

Rosa Hübner (SPD)

Petra Krebs (Bündnis 90/Die Grünen)

Daniel Derscheid (FDP)

Raimund Haser (CDU)

Hans-Peter Baur (AfD)

Die Diskussion war in drei thematische Blöcke gegliedert und umfasste insgesamt sechs Leitfragen. Um faire Redezeiten zu gewährleisten, gab es sogenannte Zeitwächter. Zu Beginn wurde außerdem klargestellt, dass das Thema Wehrpflicht nicht behandelt wird, da dieses in den Bereich der Bundespolitik fällt.

Block 1: Bildung und politische Zukunft

Im ersten Themenblock stellten die Politikerinnen und Politiker ihre bildungspolitischen Ideen vor. Dabei ging es unter anderem um mögliche „Gamechanger“-Ideen der jeweiligen Partei für die Schulen in Baden-Württemberg. Ein zentraler Diskussionspunkt war die Frage, wie sichere Lernräume geschaffen werden können – sowohl im Hinblick auf physische und psychische Sicherheit als auch auf den Schutz vor Diebstahl.

Darüber hinaus wurde intensiv über die Schularten in Baden-Württemberg sowie das dreigliedrige Schulsystem diskutiert. Die Vertreterinnen und Vertreter der Parteien bezogen Stellung, ob Reformen notwendig seien. Dabei wurden Aspekte wie Chancengleichheit, Durchlässigkeit zwischen den Schularten sowie individuelle Fördermöglichkeiten für Schülerinnen und Schüler thematisiert. Die unterschiedlichen Positionen zeigten deutlich, wie vielfältig die Ansätze zur zukünftigen Gestaltung der Bildungslandschaft im Land sind.

Block 2: Wirtschaftlicher Wandel in Baden-Württemberg

Der zweite Block beschäftigte sich mit der Gestaltung des wirtschaftlichen Wandels, insbesondere mit Blick auf die Automobilindustrie, die für Baden-Württemberg eine zentrale Rolle spielt. Die Parteien stellten ihre Konzepte vor, wie Arbeitsplätze gesichert und gleichzeitig Innovationen gefördert werden können.

Block 3: Klima- und Umweltschutz

Im dritten Themenbereich standen Klima- und Umweltschutz im Mittelpunkt. Diskutiert wurden unter anderem erneuerbare Energien, der CO₂-Fußabdruck der Bürgerinnen und Bürger sowie die Frage nach geeigneten Energieträgern wie Kohle oder Kernkraft. Auch der umfassende Umweltbegriff – von Wäldern, Feldern und Seen über Landwirtschaft bis hin zu Tierarten – wurde thematisiert.

Ein weiterer wichtiger Punkt war der öffentliche Nahverkehr, insbesondere in ländlichen Regionen, wo ein Ausbau dringend notwendig sei und die Verlässlichkeit von Busverbindungen oft als problematisch empfunden wird.

Im Anschluss an die Diskussionsblöcke folgte eine kurze Fragerunde, in der die Politikerinnen und Politiker Fragen ausschließlich mit „Ja“ oder „Nein“ beantworten sollten. Dies gelang nicht immer, sodass mehrfach an die Regeln erinnert werden musste. Zusätzlich wurden zwei Fragen aus dem Publikum zugelassen, die auf großes Interesse stießen.

Die Podiumsdiskussion bot den Schülerinnen und Schülern eine wertvolle Gelegenheit, sich politisch zu informieren, unterschiedliche Standpunkte kennenzulernen und sich intensiv mit zentralen Zukunftsfragen auseinanderzusetzen – insbesondere im Hinblick auf die anstehende Landtagswahl und die neue Möglichkeit, bereits ab 16 Jahren wählen zu dürfen.

Noch nach der Podiumsdiskussion in der Festhalle wurde in den Klassenzimmern weiter diskutiert.